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CEO Fraud: Wie gefälschte Weisungen in die Buchhaltung gelangen

CEO Fraud funktioniert nicht über Technik, sondern über Hierarchie und Zeitdruck. Genau deshalb greifen technische Schutzmaßnahmen allein zu kurz.

Bei CEO Fraud – auch Business E-Mail Compromise – erhält die Buchhaltung eine Zahlungsanweisung, die von der Geschäftsführung zu kommen scheint. Sie ist dringend, vertraulich und plausibel. Die Schwachstelle ist nicht die Technik, sondern die Erwartung, einer Weisung von oben ohne Rückfrage zu folgen.

Vorbereitung mit öffentlichen Informationen

Die Vorbereitung nutzt, was ohnehin zugänglich ist: Namensschema der E-Mail-Adressen, Zuständigkeiten aus dem Impressum, Handelsregisterdaten, Pressemeldungen zu Übernahmen sowie Abwesenheiten aus sozialen Netzwerken. Der Zeitpunkt wird bewusst gewählt – Freitagnachmittag, Ferienzeit, laufende Transaktionen.

Technisch reicht häufig eine ähnliche Domain oder ein manipuliertes Antwortfeld. In schwereren Fällen ist ein Postfach tatsächlich kompromittiert; dann wird in echte Konversationen hineingeschrieben, was die Erkennung erheblich erschwert.

Warum Freigabeprozesse entscheiden

Die meisten Schäden entstehen nicht, weil Regeln fehlen, sondern weil sie im Ausnahmefall umgangen werden können. Ein Vier-Augen-Prinzip, das bei Dringlichkeit entfällt, schützt genau dann nicht, wenn es gebraucht wird. Wirksam sind Regeln ohne Ausnahmetatbestand: Rückruf an eine hinterlegte Nummer bei jeder Änderung von Bankverbindungen, unabhängig von Betrag und Absender.

Für die Beurteilung eines Schadensfalls ist zusätzlich relevant, ob diese Prozesse dokumentiert waren. Sowohl bei Versicherungsdeckung als auch bei möglichen Ansprüchen kommt es darauf an, was intern vorgesehen war und ob es eingehalten wurde.

Nach einer erfolgten Zahlung

Zeitkritisch sind der Rückruf über die eigene Bank und die Information der Empfängerbank. Parallel sollten die E-Mail-Kopfzeilen im Original exportiert, die Zugriffe auf das betroffene Postfach geprüft und die interne Freigabekette dokumentiert werden. Je nach Sachverhalt kommen eine Strafanzeige, Auskunftsansprüche gegenüber Banken und die Prüfung von Versicherungsdeckung in Betracht.

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